TIAMAT, MOONSPELL & FLOWING TEARS
Graz, Orpheum
20.03.2002

Orpheum, kurz vor halb Neun. Die Location war mäßig gefüllt, als FLOWING TEARS die Bühne betraten. Da ich die Band noch nie zuvor gehört hatte, war ich schon gespannt, was mich erwarten würde. Innerhalb der ersten paar Songs hatte die Sängerin, Stefanie, mit ihrer kraftvollen Stimme meine volle Aufmerksamkeit und ich beschloß mir gleich mal das ganze Album dieser Band anzuhören, sobald ich wieder zu Hause sein würde. Inzwischen hatte sich im Orpheum ein buntes Völkchen eingefunden. Von Mettlern über Punks bis hin zu Gothic Girls waren alle vertreten.
Nach einer kurzen Bühnenumbauphase waren MOONSPELL an der Reihe. Ich hatte die Portugiesen schon letztes Jahr gesehen und freute mich deshalb umso mehr auf ihre Songs mit den irren Gitarrenriffs und den fetten Drums. Fernando überzeugte wieder einmal mit einer eindrucksvollen Stimme. Gespielt wurden Songs wie "Darkness and hope" und "Firewalking", aber auch ein paar ältere Nummern - und zur großen Freude des Publikums gabs als Zugabe einen Song in ihrer Muttersprache. Die Besucher gingen bei den Songs gut mit, was die Band wiederum dazu animierte, eine tolle Show zu liefern.
Nachdem MOONSPELL die Bühne verließen, nütze ich die Zeit der neuerlichen Umbauphase, um mir noch ein Bier zu holen. Ich postierte mich in der ersten Reihe, um den Hauptact des Abends, TIAMAT, zu erleben. Der charismatische Frontmann der schwedischen Band, Johan - der zur Freude der weiblichen Besucher über seinem nackten Oberkörper nur eine Lederjacke trug, lies es von der ersten Nummer an richtig krachen. TIAMAT erfüllten alle meine Erwartungen: Zum Besten gegeben wurden einige Songs des neuesten Albums "Judas Christ", wie z.B. "Love is as good as soma" oder "So much for suicide". Ein paar Songs wurden von FLOWING TEARS-Frontfrau Stefanie unterstützt, die auch hier nochmal beweisen konnte, daß sie auch zu TIAMAT-Nummern eine gute Figur macht. Obwohl das neue Album der Schweden sicher eine reine Geschmackssache ist - die Band führte nach dem 94-er Hitalbum "Wildhoney" einen krassen Stilbruch durch - überzeugten sie mich voll und ganz. Das Publikum rastete bei den alten Nummern "Brighter than the sun" und "Wildhoney" völlig aus, was wiederum zeigte, daß sich auch alteingesessene Fans in dem Völkchen befanden. Trotz allem hatten aber auch diese sichtlich brav ihre Aufgabe gemacht, denn als die Schweden ihre momentane Singleauskoppelung "Vote for love" anspielten, kam der Refrain doch postwendend von der Masse retour. TIAMAT lieferten einen super Gig mit einer genialen Lightshow, die die Mannen immer wieder in ein anderes, mystischen Licht tauchte. Knapp eine Stunde und 2 Zugaben später steuerte ich in Richtung Bar - mit einem mehr als zufriedenen und breiten Lächeln im Gesicht. Im Gedanken schon im Sommer, wenn ich diese drei tollen und überzeugenden Bands wieder live sehen kann.

T. K.