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UNDER THE BLACK SUN 2001
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Germendorf bei Oranienburg (D)
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06. & 07.07.2001
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Zum vierten Mal sollte nun DAS Festival für die Freunde der schwärzesten Kunst stattfinden, als mein lieber Robert und ich dann HORNA und MÜTIILATION auf dem Line Up erblickten, waren wir uns einig: Wir werden am ersten Juli-Wochenende in Richtung Berlin aufbrechen.
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Nach einer langen Zugfahrt und einer kleinen Irrfahrt durch die Hauptstadt fanden wir endlich das Gelände, welches sich als Sandgruppe entpuppte. Am interessantesten war die Bühne - Bühnen der Größenordnung findet man normalerweise auf kleinen Stadtfesten - die ohne Absicherungen inmitten der Sandwüste gestanden ist.
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Freitag
Gegen 20 Uhr enterte dann die erste Band die Bühne, TRIMONIUM aus Deutschland, der Neuzugang bei Folter Records - und die eröffneten das Festival mit einer würdigen Performance des Black Metals der alten Schule. Störend war hierbei nur die Sonne, die die schwarze Stimmung etwas trübte, aber die Band schaffte es, auch diese zu verdunkeln - zumindest, was die Atmosphäre betrifft. Gewohnt primitiv, aber dafür umso verheerender war die Devise der Deutschen - ein guter Einstand!
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Die nächsten waren die Bulgaren ORK und die wären, meiner Meinung nach, absolut verzichtbar gewesen. Die langweiligen Songs veranlaßten uns nach kurzer Zeit, den Bierwagen aufzusuchen, wo uns eine derbe Überraschung erwartete: Das Bier war warm und hatte keine Kohlensäure. Da wir den Abend nicht ohne Bier verbringen wollten und im Backstagebereich (ein kleines Zelt) Unmengen von Bierdosen vorhanden waren, fragte ich den Security, obs nicht möglich wäre, zwei dieser Dosen zu bekommen - er warf einen Blick auf meinen Backstageausweis und gab mir die Dosen. Aha!!! Der Ausweis hatte also doch einen Sinn! So waren ein paar Bierchen schnell vernichtet, die Sonne und der leere Magen trugen auch ihren Teil dazu bei... Irgendwann sind ORK dann abgezischt, ohne bei irgendwem einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen, und so wartete man gespannt und leicht angeheitert auf die Brasilianer MURDER RAPE.
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Ich muß zugeben, ich war schon SEHR angeschlagen, deshalb wurde ich regelrecht in einen Bann gezogen, denn die Musik war wirklich mitreißend. Die Meute bangte sich den Schädel weg und die Seele aus dem Leibe und feierte die Band gehörig ab. Wenn ich ehrlich bin, kann ich mich nicht mehr wirklich gut erinnern, aber MURDER RAPE boten Black Metal mit Thrash und anderen Einflüssen - sehr feine Kost auf jeden Fall!!!
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Dann war es auch schon Zeit für die Australier DESTRÖYER666! Wie gewohnt bretterten sie mit "Rise of the predator" los, das Publikum war nicht mehr zu halten. So kam es dann, daß mich die Masse auf einen kleinen Nazi-Skin in der ersten Reihe gestoßen hat, der mich dann sehr unsanft zurückbefördert hat. Als er dann auch noch mit "Sieg Heil"-Parolen ankam, war ich kurz vorm Ausrasten, aber meine Vernunft bewahrte mich vor eventuellen Dummheiten, da solche Kreaturen selten im Einzelpack auftreten. So widmete ich mich der Musik dann mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch. DESTRÖYER666 sind wohl eine der kraftvollsten Live-Bands, die ich in letzter Zeit gesehen habe, K.K. Warslut paßte sich der Sandgruben-Umgebung an und sang barfuß. Mein Kopf bewegte sich flott auf und ab und irgendwie schien mein Kreislauf nicht mehr ganz zu wollen, aber ich ignorierte das einfach, denn als nächste sollten HORNA aufgeigen.
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Das Mini-Album "Perimä vihassa ja verikostossa" ist ja meiner Meinung nach eines der besten im Genre, so freute ich mich natürlich wahnsinnig, die Finnen live spielen zu sehen - wahrscheinlich sogar zu sehr. Denn als nach den ersten beiden Songs der Titeltrack "A ring to rule" besagter Mini zum Besten gegeben wurde, schleuderte ich meinen Kopf etwas zu heftig durch die Luft, mein Kreislauf hat endgültig versagt und so bin ich irgendwie nach hinten gesackt und dann auch liegengeblieben und erst wieder aufgewacht, als HORNA von dannen waren. Ich kann mich lediglich erinnern, daß in einem mir unbekannten Song das geniale Riff meines Lieblingssongs "Haudanusva" (ja, diese unaussprechlichen und schwer zu merkenden finnischen Titel..) erneut vorgekommen ist. Interessant, daß Bands sich mittlerweile schon selber beklauen... Zum Glück war ich schon so am Ende, daß meine Kraft nicht mehr gereicht hat, um mir aus Ärger über den verpaßten Gig den Kopf abzureißen - das konnte ich mir für den nächsten Tag aufsparen, denn ich weiß nicht, ob ich jemals wieder die Gelegenheit haben werde, HORNA zu sehen - Scheiß Hitze und Alkohol! So robbten wir irgendwie ins Hotel und klopften uns in Gedanken nochmals auf die Schulter, daß wir ein Zimmer genommen hatten.
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Samstag
Am nächsten Tag beschlossen wir, auch ein wenig von Berlin anzusehen, aber unsere Zeit reichte nur dazu aus, ein mehr oder weniger gutes Mittagessen zu verschlingen, so bewegten wir uns dann wieder in Richtung Oranienburg, wobei wir es geschafft haben, uns zum ersten mal zu verfahren (mich wundert eh, daß es bei dem einen Mal geblieben ist), trotzdem kamen wir noch früh genug in Germendorf an, so daß ich mich noch mal in den See schmeißen konnte, bevor es zur Sandgrube ging.
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Dort spielten bereits die deutschen FERRO IGNIQUE, von denen ich aber nicht viel mitbekommen habe, da ich damit beschäftigt war, Plakate aufzuhängen bzw. etwas Eßbares zu besorgen. Insgesamt war es klar ersichtlich, daß die meisten Leute schon ziemlich lasch waren, da der Vortag wohl allen die Kräfte geraubt hat. Auch ich war eher tot als lebendig und so hab ich es dann auch vorgezogen, mich noch ein wenig auszuruhen, um für MÜTIILATION fit zu sein.
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Und das war es auch wert! Der Sänger ist ja bekannt für seine extremen Ansichten und die dazugehörige Einstellung - und dies war ihm wahrlich auf den Körper geschrieben. So zierten Unmengen von Narben seinen Oberkörper und er kreischte sich die Seele aus dem Leibe, daß ich am ganzen Körper eine Gänsehaut bekam... Wahnsinn! Begleitet von den Labelgenossen CELESTIA wurde dem extremen Black Metal Flagge gehalten - das Feeling, das durch die Songs des bereits vergriffenen Albums "Vampires of black imperial blood" auch live erzeugt wurde, ließ einen alles um sich vergessen. Beeindruckend war auch die Bühnendekoration, so gab es neben dem mit Stacheldraht umwickelten Mikro auch noch riesige Knochen am Boden. Für mich ein wahres Highlight des Festivals, zu schade, daß ich wahrscheinlich nicht allzu bald wieder live in den Genuß der Musik des Franzosen kommen werden.
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Auf die Schweden NIFELHEIM waren die Leute auch schon ziemlich gespannt, da dieses ihr erster Gig außerhalb von Schweden sein sollte. Bekleidet mit Hunderten von Nieten und Ketten betrat die Band die Bühne, um das Publikum wegzublasen. Leider erfüllten sie nicht ganze meine Erwartungen, da mir das Ganze ein wenig zu thrashig war und der Sound das auch nicht aufbesserte. Gut, die Bühnenshow war schon sehenswert, als man sich an Totenschädeln verging oder auch sonst das böse Image bis ins letzte ausschöpfte, aber irgendwann habe ich es dann doch bevorzugt, meine Beinchen zu schonen und mich auf eine Bank zu setzen.
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MORRIGAN mögen wohl noch nicht jedem ein Begriff sein, doch wenn man dann weiß, daß die Band aus Ex-MAYHEMIC TRUTH-Members besteht, war man natürlich schon gespannt darauf, was die Band zu bieten hat. Auf der Bühne sah das Duo schon etwas arm aus, denn die große Bühne wirkte doch etwas leer, doch davon sollte man sich nicht abschrecken lassen. Zu Beginn der Show wurde erst mal Feuer gespuckt und dann auch losgehämmert - doch leider kam das nicht wirklich überzeugend rüber. Man mag zu zweit zwar ein gutes Studioalbum rausbringen, aber auf der Bühne sollte man sich dann doch überlegen, den einen oder anderen Sessionmusiker mitwirken zu lassen.
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Die deutschen EMINENZ hatten nun den Platz des Co-Headliners. Ich frage mich zwar immer noch, was die Band auf einem Black Metal-Festival zu tun hatte, da sie doch mittlerweile mehr Death als Black spielen, aber den Leuten schien das nichts auszumachen. Besonders ein blondes Mädchen in der ersten Reihe schrie alle Songs mit (ohne aber die Texte wirklich zu kennen), der Rest war jedoch leicht gelähmt von den Anstrengungen des Vortags und so war von Stimmung nicht viel zu sehen. Besonders toll war die Performance auch nicht wirklich, das Keyboard war überhaupt nicht zu hören und der Mann an den Tasten deswegen auch etwas in Rage, und auch sonst überzeugten mich blutbespritzten Männer nicht wirklich.
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Die Headliner NECROPHOBIC waren mir eigentlich ziemlich egal, da ich schon komplett fertig war und nur eines im Sinn hatte: Mich irgendwo hinzulegen (was nicht allzu bald passieren sollte). Jedoch konnten die Schweden mich mit ihrer großartigen Darbietung noch mal ein wenig aufraffen, denn musikalisch boten sie mehr, als ich ihnen zugetraut hatte. Keine Spur vom oft langweiligen schwedischen Black Metal, die Show war überspannt von der Spielfertigkeit und der geilen Stimmung, die die Band darbot. So erzählten sie uns unter anderem, daß sie ihre letzten Nächte in diversen Peep-Shows verbracht hatten, und daß die Berliner Mädels sehr nett und vor allem billig sind... Leider mußten sie früher als geplant aufhören, da ein nahendes Gewitter sich mit Donnergrollen bemerkbar machte, und somit das Gelände geräumt werden mußte. Für uns war das der Beginn einer anstrengenden Wanderung, da der Bahnhof etwa 3 Stunden zu Fuß entfernt war und es dort keine Nachtbusse gab...
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Resümee: Das mit der Naziproblematik hätte ich mir schlimmer vorgestellt, es waren durchaus ein paar Rechtsextreme da, doch haben die sich zurückgehalten. Ein gelungenes Undergroundfestival!
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