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UNDER THE BLACK SUN 2002
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Basdorf bei Berlin (D), Festivalgelände
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05. & 06.07.2002
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Bereits nach dem Festival 2001 war uns klar, daß Berlin auch dieses Jahr von uns aufgesucht werden würde, denn Festivals in dieser Art sind leider Mangelware - so geht meine vollste Bewunderung an Organisator Jörg von Folter Records, der es bereits zum fünften Mal wagte, ein Festival dieser Größenordnung zu organisieren, das aufgrund der doch eher geringen Anzahl von Fans des Genres sicherlich nicht gerade zu den lukrativsten gehört. Zudem erreichte uns einige Wochen vor Abfahrt die Nachricht, daß die Kanadier BLASPHEMY ihre Show canceln mussten, da sie ihren Drogenkonsum noch immer nicht in den Griff bekommen hatten, aber dies sollte unsere Vorfreude nicht stoppen. Nach einer feucht-fröhlichen Bahnfahrt (danke an die Leute aus der Steiermark, die uns mit reichlich Bier versorgt haben!) kamen wir Freitag zu Mittag im kleinen Basdorf an und machten uns auf die Suche nach dem Gelände, daß dieses Jahr mit einer normalen Wiese doch festivaltypischer war als die Sand- und Kiesgrube im Vorjahr, und nachdem wir diverse CD und Plattenstände inspiziert und um einige Scheiben erleichtert hatten, war es auch schon Zeit für den Beginn des Festivals.
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Freitag
Die Deutschen SKALDER fungierten als Opener - von ihnen kannte ich bisher nur einige Samples, jedoch klangen diese um einiges reifer als das, was ich auf der Bühne sehen konnte. Die relativ junge Gruppe wirkte doch noch etwas unsicher und so kamen die Songs nicht ganz so gut rüber, wie ich sie in Erinnerung hatte. Allerdings darf man ihnen das wohl kaum übelnehmen, denn als erste Band zu spielen, ist wohl keine so leichte Aufgabe und daß durchaus Potential zu Besserem vorhanden ist, war klar ersichtlich.
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LUGUBRE waren mir gänzlich unbekannt und so wirklich mitreißen konnte mich die Show der Holländer auch nicht. Zwar waren der beleibte Sänger und besonders der Gitarrist, der permanent sein Gesicht zu diabolischen Fratzen verzog, doch ein gewisser Blickfang, die Musik aber wirkte eher holprig und unausgegoren. Amüsant war lediglich das Feuerspucken, als der Sänger sich beim ersten Versuch das Gesicht und die Haare abfackelte und beim zweiten Mal das brennende, mit Benzin getränkte Tuch mitten ins Publikum schleuderte (muß für dieses wirklich amüsant gewesen sein - J. S). Somit blieben mir LUGUBRE zwar optisch in Erinnerung, allerdings reicht das nicht ganz, um zu überzeugen.
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Zum Glück konnten die Deutschen TRIMONIUM alles vergessen machen, was zuvor schiefgegangen war - bereits im Vorjahr haben es mir die Deutschen angetan und auch auf CD bewiesen, daß sie sicherlich zu einer der besten Bands des Genres gehören. So klingen die Songs teils wie eine Mischung aus GRAVELAND und KAMPFAR und schaffen es mit melodischen, hymnischen Riffs trotz der Überlänge immer wieder zu gefallen und mitzureißen, und der Meinung war nicht nur ich, sondern auch mindestens 75% der Anwesenden, die allesamt mit gebannter Miene der Show lauschten. Eine DER besten BM Bands aus Deutschland, die am nächsten UTBS sicherlich noch einen Platz weiter oben in der Playlist verdient hätte!
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UNPURE waren uns ja bereits vom Wien-Gig im Februar in guter Erinnerung geblieben, somit war es von Anfang an klar, daß hier einiges geboten würde - und sie sollten uns nicht enttäuschen! So wirkten die Schweden sogar noch um einiges souveräner und spielfreudiger als in Österreich, wenn sich auch das Publikum eher zurückhaltend gab. Und auch wenn UNPURE musikalisch nicht jedermanns Sache seien mögen - live kann man nichts an ihnen aussetzen!
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Auf die Norweger TAAKE war ich besonders gespannt, da Høst - soweit ich es Interviews entnehmen konnte - ein sehr interessanter und eigenwilliger Mensch ist und die Alben einen gewissen mystischen Flair besitzen, der vielen anderen norwegischen Bands heutzutage fehlt... jedoch war ich von ihrem Gig doch etwas enttäuscht. So versuchte Høst so viel Stimmung wie möglich zu machen, in dem er sich pausenlos hin und her bewegte, allerdings wirkte dies irgendwie gekünstelt und übertrieben, so daß der Großteil der Atmosphäre verlorenging. Vielleicht mag es auch daran liegen, daß die Songs nicht wirklich livetauglich sind, allerdings hätte man hier doch einiges besser machen können, denn so bleibt mir das Ganze mit einem schalen Nachgeschmack auf der Zunge - schade, da ich die Musik doch sehr gern habe...
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TSJUDER sind eine der wenigen High Speed-Knüppelkombos, die mir nicht zu langweilig werden, denn im Gegensatz zu anderen besitzen die Songs doch allesamt eine bedrückende Atmosphäre, die durch die Knüppelattacken nur verstärkt wird. So glänzten die Norweger zwar nicht mit einer besonderen Show, sondern eben mit dieser Gabe, die sonst nur sehr wenige Bands haben - interessant war ausserdem das "Transilvanian hunger"-Cover, das in 3-facher Geschwindigkeit keinerlei Ähnlichkeiten mit dem Original mehr hatte.
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Somit kamen wir schon komplett übermüdet zu den Headlinern des Abends: Die tschechische Kultband ROOT. Sänger Big Boss wirkte in seinem schwarzen Gewand mit Spandex-Hose, Pentagram-Shirt, schwarzem Umhang und Haarteilen an den Armen doch ein wenig lächerlich, aber sowas gehört wohl zu einer Kultband, die es schon seit 14 Jahren gibt. Musikalisch konnten mich ROOT zwar nicht mitreißen, da mich die Klänge der 80er-Jahre noch nie begeistern konnten (dazu bin ich wohl zu jung), aber die Show bot doch einiges fürs Auge. So wurde eine riesige satanische Bibel angeschleppt, die unter Murmeln in den eigens dafür konstruierten Ziegenkopf-Halter gesteckt wurde und natürlich durfte auch die obligatorische Feuerspuckeinlage nicht fehlen - diesmal aber um einiges gelungener als bei LUGUBRE. Als dann gegen Ende ihr "Pisen pro Satana" gespielt wurde, nahm die Show aber ein jähes Ende, als plötzlich der Strom abgedreht wurde. Trotzdem sehr unterhaltsam, wenn auch nicht wirklich mein Ding.
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Todmüde fielen wir dann ins Bett der Jugendpension und bemerkten nicht, wie TAAKE nur einen Stock über uns sämtliche Einrichtungsgegenstände demolierten und auf den Gang beförderten - sollte solch ein Verhalten nicht Rockstars vorbehalten sein (wieso, das ist doch typisch BM... - J. S)?
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Samstag
So begann der zweite und letzte Tag mit den Brasilianern IMPERIOUS MALEVOLENCE, die nicht so ganz auf das Festival passen wollten. Auch wenn die Optik eher einer Black Metal-Band entsprach, wurde hier derber Death Metal gespielt, den wir bereits von Bands wie REBAELLIUN oder KRISIUN kennen. Schlecht war es jedoch auf keinen Fall, besonders der Gitarrist beeindruckte mich immer wieder aufs Neue, nicht nur durch sein Können, auch durch sein psychopatisches Aussehen, allerdings paßte mir die Band nicht so recht ins Konzept, weswegen ich auch nur die ersten Songs verfolgte.
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Auch SAXORIOR veranlaßten mich dazu, die Merchandise-Stände noch einmal gründlich durchzusehen, denn die doch sehr langweiligen Songs klangen alle gleich - sind wohl auch eher eine Band für die ältere Generation...
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Der Neuzugang auf Folter Records, SAMMATH aus Holland, war mir bislang auch völlig unbekannt, allerdings konnten auch sie mich nicht wirklich begeistern. Sie waren zwar nicht schlecht, jedoch konnte ich keinen roten Faden erkennen, die Songs wirkten zu verworren, um sie nachvollziehen zu können, vielleicht braucht man erst die CD, um das Konzept der Band zu verstehen.
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Auf WATAIN waren wir nach ihrem hervorragendem Wien-Auftritt natürlich sehr gespannt und sie sollten uns nicht enttäuschen. Sänger Eric trat wie gewohnt im Fetzen-Look auf und wirkte mit dem Schweineblut am Körper krank und wahnsinnig (nicht eher klischeehaft? - J. S), zu Beginn des ersten Songs wurde das Blut dann auch noch reichlich im Publikum verteilt, zur Freude eines weiblichen Besuchers, deren Gesicht und Kleider danach in rot getränkt waren. Seltsamerweise war die Stimmung in Wien um einiges besser, die Deutschen wirkten schon etwas schwach und ausgelaugt und schafften es nicht mehr, WATAIN so abzufeiern, wie sie es verdient hätten. Lediglich beim obligaten "In the shadow of the horns" kam das doch sehr aggressive Publikum in Fahrt. So schafften es WATAIN nicht ganz, an den Gig in Wien anzuschließen, jedoch bleiben sie eine der besten Live-Bands im BM-Bereich!
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MORRIGAN hatten mich letztes Jahr ziemlich gelangweilt und auch auf CD konnten mich die Ex- MAYHEMIC TRUTH-Leute nur wenig begeistern, so erwartete ich mir eigentlich kaum etwas von ihrem Auftritt. Wie schon im letzten Jahr sahen die zwei Gestalten auf der Bühne irgendwie verloren aus, doch irgendwas war dieses Jahr besser... Ich weiß nicht, ob es am Sound gelegen ist, oder ob in einem Jahr ein so großer Reifeprozeß stattgefunden hat, aber dieses Mal klang alles voller, gewaltiger und einfach besser. Es war kaum zu merken, daß hier eigentlich nur eine Gitarre und ein Schlagzeug für die Musik sorgten, und auch die Songs des neuen Albums "Enter the sea of flames" schienen ausgereifter und durchdachter. Somit konnten mich MORRIGAN im positiven Sinne überraschen, auch wenn MAYHEMIC TRUTH besser waren.
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Als letzte Band spielten URGEHAL aus Norwegen auf, wohl eine der besten Bands des Festivals. Während u.a. die Songs des letzten Albums "Atomkinder" präsentiert wurden, schritt eine unbekannte Person auf die Bühne, um es MAYHEMs Maniac gleichzumachen und sich ein Messer an den Bauch zu setzen und einzuschneiden - zwar griffen die Securities ein und nahmen das Messer weg, aber auch mit nur einem blutenden Schnitt am Bauch ließ es sich toll posen... Ob des doch sehr kindlich wirkenden Sängers Trondr Nefas boten sie eine gewaltige Show, an der nichts fehlte - zur Zugabe, dem SEPULTURA-Cover "Antichrist", kamen schließlich noch einige TAAKE-Members auf die Bühne und verabschiedeten die Band würdig. Herrlich!!!
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Trotz des meiner Meinung nach besseren Line Ups des Vorjahres ist auch dieses Under The Black Sun ein unvergessliches Ereignis gewesen, weswegen wir sicherlich auch im nächsten Jahr wieder nach Berlin pilgern werden.
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