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VILE, MANGLED, DISAVOWED & SPAWN OF POSSESSION
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Wien, Arena
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27.02.2003
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An diesem Donnerstagabend fanden sich gerade einmal rund fünfzig Nasen in der kleinen Arena wieder, aber diese durften einem erstklassigen Brutal Death-Abend erleben, der die Herzen eines jeden Death Metal-Lunatics höher schlagen ließ.
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Den Anfang machten die mir bis zu diesem Zeitpunkt leider völlig unbekannten SPAWN OF POSSESSION, die mit ausgesprochen technischem Death Metal, der vereinzelte Parallelen zu Combos wie MONSTROSITY, BROKEN HOPE oder NECROPHAGIST zuließ, von der ersten bis zur letzten Sekunde überzeugen konnten. Als Opener wurde "Swarm of the formless" gewählt, und wie eben erwähnt, war von der ersten Sekunde klar, daß es sich bei der Band aus Kalmar um Ausnahmekönner an ihren Instrumenten handelt. Der Sound war zwar alles andere als optimal, denn leider klang das Ganze immer wieder reichlich undifferenziert, aber ehrlich gesagt hab ich, vor allem auch in der kleinen Arena, schon weitaus schlimmeres erlebt. Besonders hervorzuheben ist an dieser Stelle noch Lead-Gitarrist Jonas Karlsson, der immer wieder mit wahnwitzigen Leads, die irgendwo in der Schnittmenge der beiden MORBID ANGEL-Aushängeschilder Trey Azagtoth und Erik Rutan liegen, zu begeistern wußte. In der gut halbstündigen Vorstellung fanden sich übrigens auch noch "Spawn of possession", "Cabinet" (der Titeltrack des Debütwerks) und "Hidden in flesh" wieder, die wie schon weiter oben erwähnt, über die volle Distanz zu überzeugen vermochten.
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Als zweite mußten an diesem Abend DISAVOWED auf die Bühne, und auch die Niederländer legten eine reichliche energiegeladene Performance ab. Auch in ihrem Fall lag das Hauptaugenmerk auf den Stücken des Debütalbums "Perceptive deception", seien es nun "Masses conformed", "Generative patterns" oder "Abolition of impediment". Eins, was gleich im direkten Vergleich zu den vorher agierenden SPAWN OF POSSESSION auffiel, war, daß der Sound bei DISAVOWED zum einen um Längen besser als bei den Schweden war, und zum anderen, daß der weitaus simpler gestrickte Death Metal der Niederländer noch um einiges brutaler aus den Boxen tönte. Besonders überzeugen konnte Drummer Robbert Vrijenhoek, nachdem man wohl einen Metronom stellen kann, sein Spiel kam einem fast schon wie ein Drumcomputer vor, so exakt werkelte er an seinem Schlagzeug. Gegen Ende der ebenfalls gut dreißig-minütigen Vorstellung gabs als vorletzten Song eine sehr leiwande Cover-Version von SUFFOCATIONs "Despise the sun", die reichlich abgefeiert wurde.
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Nummero drei an diesem Abend waren MANGLED, die ebenfalls aus den Niederlanden stammen und an diesem Abend ihr bis dato zweites Wien-Gastspiel abhielten. Die Band um Gitarrist Harold Gielen vermochte ebenfalls durchwegs zu überzeugen, wobei mir im direkten Vergleich SPAWN OF POSSESSION doch etwas besser gefallen haben, wobei bei MANGLED der Sound, wie davor schon bei DISAVOWED überraschend klar und druckvoll ausgefallen war und irgendwie nicht sonderlich weit vom CANNIBAL CORPSE-Livesound entfernt war, mit denen man überdies einen ganzen Haufen musikalischer Parallelen teilt, so erinnern beispielsweise Songs wie "Blood fed orgasm", "Hate", "Formaldehyde" oder "Scream and bleed" auch immer wieder an die amerikanische Gore-Death-Legende.
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Die Headliner-Position hatten dann die Amis von VILE übernommen und sie rechtfertigten diese Position im Billing vom ersten Moment an mit ihrem überaus technischem, aber gleichzeitig auch immerwährend brutalen Death Metal in der Schnittmenge von SUFFOCATION, IMMOLATION und MORBID ANGEL. Am Schlagzeug saß übrigens der dänische Neuzugang Reno Killerich (EXMORTEM, PANZERCHRIST), der sich perfekt in das Bandgefüge eingliederte. Ein kleiner Wermutstropfen war, daß es bei VILE soundtechnisch wieder eine Spur schlechter zuging, sodaß man die Leads von Aaron Strong teilweise kaum hören konnte. Des weiteren hatten zu fortgeschrittener Stunde ein ganzer Haufen des eher spärlich erschienenen Publikums die Arena verlassen, sodaß VILE vor etwa dreißig bis vierzig Fans auftraten, sich aber aufgrund des eher mäßigen Andrangs nicht beirren ließen und eine eindrucksvolle Show ablieferten. Songs wie "Abort", "Butchered", "Retaliation", "Surgery" oder der Titeltrack des neuen Albums, "Depopulate", sind einfach viel zu gut, als daß sie einem Death Metal-Lunatic nicht gefallen könnten. In der zweiten Hälfte des Sets fand sich übrigens mit dem AT THE GATES-Cover "Cold" die zweite ausgezeichnete Cover-Version des Abends, die einmal mehr den Status der mittlerweile auch schon seit gut sechs Jahren verblichenen Göteborg-Legende unterstreicht, da doch die Annahme, daß VILE einen Song von beispielsweise MORBID ANGEL covern würden, deutlich näher liegt. Mir hats jedenfalls nichts gemacht, ist ja immerhin ein Stück meines All Time-Faves. Gegen Ende wurde der Meute mit "Severed" und "Interrogation rites" noch einmal ganz gehörig eingeheizt, ehe hier ein sehr kurzweiliger Death Metal-Abend mit "Stench of the deceased" stilvoll beendet wurde.
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