ELVENKING - "Wyrd"
AFM/NSM
Folkig angehauchten Power Metal aus Bella Italia gibts beim zweiten Album von ELVENKING zu belauschen, die nach ihrem Debüt "Heathenreel" nun mit einem noch besser durchdachten Werk zu gefallen wissen. Nach erfolgtem Sängerwechsel - ein Mann namens, jetzt kommts, "Kleid" ersetzt den ausgestiegenen "Damnagoras" - sind die Jungs vom Stiefel wieder voll da und schicken sich an, mit Pauken und Trompeten (nicht ganz, aber beinahe :-) diejenigen unter Euch für sich zu gewinnen, für die sich Metal, kombiniert mit artfremden Instrumenten wie Flöten, Geigen und anderen Streichern sowie Chören nicht zwangsläufig ausschließt. Mit neuer Geigerin namens Elyghen, die mit ihrem Instrument die Songs nicht nur untermalt, sondern der definitiv eine tragende Rolle bei den Kompositionen zukommt, startet das Sextett die Scheibe mit dem kurzen "The loser´s ball", das nahtlos in das treibende "Pathfinders" übergeht. Elyghen erinnert hier schon ein ums andere Mal unüberhörbar an Georgina Biddle von SKYCLAD, womit wir auch schon beim Haupteinfluß von ELVENKING wären, daher verwundert es auch kaum, daß Martin Walkyier, der ehemalige Frontkauz von SKYCLAD, hier bei einigen Nummern den Italienern unter die Arme gegriffen hat. Ganz nebenbei gibts auch bezüglich des Covers schwere Assoziationen mit den Briten, vor allem deren immer stärker dem Folk zugewandten letzte Outputs waren ja ähnlich gestaltet. Beim ersten Highlight, dem hymnischen "Jigsaw puzzle" wird klar, daß das nix wird mit einem geruhsamen Abend, der Song geht wie so viele andere unweigerlich ins Tanzbein, sodaß man einfach nicht stillsitzen kann (das hätte ich gerne gesehen - J. S. ;-). Melodische Passagen auf Akustikgitarre und Geige wechseln sich ab mit Midtempostampfern und schnellen, kraftvollen Stücken ("The silk dilemma" und "The perpetual knot" beispielsweise). Mit dem harten "Moonchariot" huldigt die Band alten Zeiten, als ihre Thrash-Roots noch etwas ausgeprägter waren. Der Höhepunkt der Scheibe befindet sich ganz zum Schluß: Das gigantische, zwölfminütige "A poem for the firmament" besticht durch Abwechslungsreichtum und einer gehörigen Portion Pathos. Die zwei Bonustracks "Disappearing sands" und "A fiery stride", die sich nur auf der Limited Edition befinden werden, fallen qualitativ zum Rest noch etwas ab und können weniger überzeugen.
Es finden sich zwar durchaus positive Ansätze, jedoch sollte ich noch erwähnen, daß das "Geigen-Gedudel" (ich muß es leider so nennen) sowie der leicht weinerliche Gesang einem über die volle Spielzeit etwas den Nerv rauben können. - M. W.