EVIDENCE ONE - "Tattooed heart"
Nuclear Blast/edel
Auch im Nachbarland tut sich in Sachen Melodic Metal einiges. Bester Beweis dafür ist der zweite Streich eines sogenannten Nebenprojektes. Als sich vor zwei Jahren einige Musiker des Point Music-Labels vereinten, um ein Album aufzunehmen, war ich zuerst nicht sonderlich begeistert von dieser Idee, da solche Aktionen in der Regel mit der Qualität der eigentlichen Hauptbands nicht mithalten können. EVIDENCE ONE belehrten uns mit ihrem Debut "Criticize the truth" allerdings eines besseren und lieferten eines der besten Melodic Rock-Alben ab, das jemals aus Deutschland kam. Carsten Schulz (v.) von DOMAIN, Robby Böbel (g.) und Thomas Bauer (b.) von FRONTLINE, und Roger Tanner (d.) von SHAKRA trafen sich zur Planung eines Böbel-Solo-Albums, und da wurde allen sofort klar, daß sich hier mehr daraus entwickelt und so ist neben den Stammbands ein festes Projekt entstanden. Es folgte der Vertrag bei einem größeren Label, da die Scheibe überall extrem gute Kritiken einfahren konnte und dementsprechend hoch liegen natürlich die Erwartungen am zweiten Streich "Tattooed heart". Am Schlagzeug sitzt nun Rami Ali und Wolfgang Schimmer bildet die perfekte Ergänzung an der zweiten Gitarre. Gleich zu Beginn wird klargemacht, daß EVIDENCE ONE noch einen Zacken an Härte zugelegt haben, denn statt Melodic Rock kann man hier eigentlich nur mehr von melodischem Metal sprechen, und schon die erste Nummer "Moonsigh" weist sogar Power Metal-Anleihen auf. Flott und heavy geht es mit dem Killer-Song "Virus in my veins" weiter, danach folgt das gallopierende "Written in blood", welches schon eher an das Debut erinnert. Auch beim Titelsong paaren sich sehr eingängige Hooklines mit schönen Chören und Sänger Carsten brilliert mit seiner Stimme. Ansonsten braucht man nicht viel über "Tattooed heart" rezensieren, da die Scheibe erneut keinen Durchhänger oder gar Ausfaller beinhaltet und die Produktion sowie Instrumentenbeherrschung und Gesang sind sowieso wieder tadellos. Jedenfalls mangelt es Gitarrist Robby beim Songschreiben sowie hinter dem Mischpult absolut nicht an Einfallsreichtum. In Kürze wird auch der erste Video-Clip gedreht und dann sollte bei einer ordentlichen Promotion dem angemessenen Erfolg dieser großartigen Band eigentlich nichts mehr im Wege stehen.
M. L.