EYES OF FIRE - "Ashes to embers"
Century Media/NSM
Passend zum nahenden Herbst schieben die Amerikaner EYES OF FIRE ein Album heraus, das wie gemacht zu sein scheint, um in melancholische Trübsinnigkeit zu verfallen. Trotz der Tatsache, daß die Jungs aus dem Sunshine State Kalifornien kommen, wird hier kein fröhlicher Melody Core zum Abhüpfen geboten, sondern ganz im Gegenteil ein ultradüsteres Gebräu aus doomigen und psychedelischen Elementen a´ la ANATHEMA, MY DYING BRIDE und KATATONIA. Das mag daran liegen, daß die Gründungsväter dieser Combo die zwei ehemaligen MINDROT-Recken Dan Kaufman (v., g.) und Matt Fisher (b., v.) sind, die nach Auflösung derselben etwas Neues, Extremes machen wollten, und so ist "Ashes to embers" nun ihr Debütalbum unter neuem Segel geworden. Man könnte sagen, auf diesem Album gibt es zwei Arten von Songs: Zum einen ruhige, depressive Nummern wie den Opener "The end result of falling", der fast schon zu sanft beginnt und eine stellenweise hypnostisierende RADIOHEAD-Wirkung entfaltet. "Fly away" beschreitet musikalisch ähnliche Pfade wie PORCUPINE TREE, während sich "Hopeless" genauso anhört wie der Titel vermuten läßt, aber durch genauso schöne Melodiebögen wie auch "Down" aufhorchen läßt, welches Parallellen mit PARADISE LOST zu "Icon"-Zeiten aufweist. Dann gibt es andererseits hart rockende, aggressivere Kaliber wie beispielsweise "Empty", ein hektischer Track mit tribal-artigem Drumming, jeder Menge Heaviness sowohl durch harte Gitarren und aggressive Vocals als auch durch die Texte. Auch "Fear" ist solch ein Monster, das durch ein fast schon Old School-Death Metal-Riff lebt. Die perfekte Verschmelzung dieser beiden Extreme bietet "Breathe", das von akustischer Wehmut urplötzlich in harten, intensiven Wahnsinn umschlägt. Gänzlich unbeleckt von überschäumender Lebensfreude präsentieren sich auch "One more", "Anyone" und "Shelter". Das schön-schaurige "Last goodbye" stellt zum regulären Abschluß der Scheibe die Nervenstärke noch einmal ganz gehörig auf die Probe. Als Bonuszuckerl haben uns die Herrschaften mit "Disintegrate" den Titeltrack ihrer Vorgänger-EP mitdraufgepackt. Ideal zur Musik paßt hier auch das stimmungsvolle Artwort, das mich etwas an die letzten OPETH-Werke erinnert. Alles schön und gut, allerdings hat die Truppe nicht wirklich potentielle Hits am Start und insgesamt auch zu wenig Abwechslung zu bieten. Interessant ist das Teil für die Gruft-GmbH. aber allemal. Ich hab mir jetzt aber etwas Fröhlicheres verdient!
Auf jeden Fall ist "Ashes to embers" ein typisches "Love it or hate it"-Album geworden. - M. W.