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Schubladen sind an sich ein praktischer Einrichtungsgegenstand. Sie haben nur einen Fehler: Wenn sie zu voll werden, geht in ihnen so manche Perle verloren. In meinem Fall waren das FREEDOM CALL, die ich bisher leichtfertig unter "Tirillionste HELLORAY-Kopie" abgelegt hatte. Nach dem Genuß von "Live invasion" muß ich allerdings gestehen, daß dies völlig zu Unrecht geschehen ist. Klar, FREEDOM CALL sind und bleiben zwar eine typische Melodic Speed-Band. Aber die Truppe um GAMMA RAY-Drummer Dan Zimmermann und Ex-MOON’DOC-Sänger Chris Bay zelebrieren diesen an sich ausgelutschten Sound mit jeder Menge Hingabe und Power. Das gilt nicht nur für die schnelleren Nummern à la "We are one" und "Freedom call", sondern auch, wenn die Teutonen einmal den Speed herausnehmen und getrageneres Songmaterial zum Besten geben. Was bei Zunftkollegen oft zwangsläufig in einer Kitschorgie geendet hat (ich erinnere nur an "Theater of salvation" von EDGUY...), bringen FREEDOM CALL souverän und ohne zu viel Pathos auf bzw. über die Bühne. Nachzuhören etwa beim überlangen Epos "The quest", der abschließenden "Hymn to the brave" oder dem offenhörlichen "Final countdown"-Tribute "Land of the light" (Hit!). Und da auch in punkto Sound (wuchtig, aber für ein Live-Album doch nicht zu künstlich) und Publikumsreaktionen alles stimmt, kann ich hier eigentlich entgegen meinen sonstigen Gewohnheiten nur eine Kaufempfehlung aussprechen! Zumal auf der Bonus-CD neben drei exquisiten Coverversionen ("Dancing with tears in my eyes" von ULTRAVOX, "Hiroshima" von WISHFUL THINKING und "Dr. Stein" von... wem wohl???) auch die rare "Tears of Taragon"-EP enthalten ist.
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Ein Zeugnis der Hoffnung, daß der Melodic Metal doch nicht zur Gänze im Kitsch-Sumpf versinken wird! - P. Z.
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