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Die skandalträchtigen Mannen aus dem Norden wollen nicht verstummen, denn auch noch nach zehn Jahren seit dem Erscheinen des Demos "A sorcery written in blood" sind sie nicht müde geworden, um rauhen kompromißlosen Black Metal zu machen. Längst sind sie aus dem Schatten ihrer bekannten Landsmänner getreten und sind durch diverse Eskapaden in aller Munde. Aber nicht nur ihre Ausschweifungen sorgten für Aufsehen, denn musikalisch hat sich im letzten Jahrzehnt viel getan.
Und das führt uns direkt zum neuesten Output der Norweger, der mit fast 33 Minuten etwas kurz ausgefallen ist, aber das ist dann auch schon der einzige Makel, der gleich mal zu Beginn die Freude etwas trübt. Der Silberling macht es dem Hörer nicht einfach, denn mit einmal Reinhören läßt sich die Komplexität der Songs kaum erfassen.
Es wurde Traditionelles mit Neuem gepaart, "Incipit Satan" sozusagen richtungsweisend als Basis hergenommen, aber dennoch wurden keine Experimente gescheut und somit läßt man den Vorgänger alt aussehen. GORGOROTH lassen sich nicht in irgendwelche Schemata drängen, auch wenn vorherzusehen war, daß der musikalische Weg mit dem Album "Destroyer" vorgegeben war.
Gemastert wurde im Polar Studio in Stockholm und es wurde darauf geachtet, daß die Produktion ja nicht zu sauber wird, um so das Flair des dreckigen und haßerfüllten Black Metals zu bewahren.
Die Schlacht ist eröffnet - der Opener "Procreating Satan" fetzt einem ins Gehör, brachial, kompromißlos und erbarmungslos. Aber nicht die ganze Zeit herrscht Gemetzel, auch ruhige melodische Passagen hielten Einzug und sorgen so für Abwechslung. "Exit through carved stones", eine teils getragene Nummer im Midtempo-Bereich, die dank Gaahls Stimme noch mehr Feeling aufkommen läßt.
Gaahl demonstriert sein stimmliches Potential, vom rauhen Gekreische bis hin zum kalten Sprechgesang. Da hat sich doch jeder Freigang gelohnt! Auch variantenreiches Drumming wird geboten, einmal dahingeholzt, dann wieder gemäßigt a´ la DARKTHRONE und auch im Marschtakt gespielte Passagen. Die Gitarrenarbeit wurde exakter und technisch versierter, wenn man mit den früheren Alben vergleicht.
"Blod og minne", der einzig norwegisch gesungene Track, präsentiert sich schleppend und sehr atmosphärisch. Der Song wird teils im Marschtakt geschlagen und erinnert ein wenig an IMMORTAL im Riffing. Und wenn man schon den besten Song herausheben soll, dann ist jener sozusagen das Highlight des Albums und die absolut stimmungsvollste Nummer.
Zum Abschluß ist noch das Outro zu erwähnen, welches eigentlich absolut unnötig ist und somit nur die Spielzeit verlängert, um wenigstens mehr als 30 Minuten an den Mann/die Frau zu bringen. "Domine in virtute tua laetabitur rex" erinnert mich ein wenig an Bachs "Toccata", obwohl es schon sehr verfremdet klingt. Nichtsdestotrotz hätte man da sich noch etwas anderes einfallen lassen können, um den Opus ein würdiges Ende zu setzen.
Wie bereits erwähnt, braucht die Scheibe ein paar Anläufe, um sich einzuhören, aber mit der Zeit kann man sich damit anfreunden, auch wenn man Verfechter der alten Alben von GORGOROTH ist. "Twilight of the idols" ist vielleicht nicht jedermanns Sache, aber auf jeden Fall keine Fehlinvestition.
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I. E. P.
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