INTO ETERNITY - "Buried into oblivion"
Century Media/NSM
Diese verdammten Kanadier! Halt, versteht mich nicht falsch: Dies ist keineswegs abwertend gemeint, sondern schlicht und einfach nur mehr bewundernd! Gewinnen die Einen auf sportlicher Ebene mal eben so einmal mehr die Eishockey-Weltmeisterschaft, servieren uns auf musikalischer Ebene diese noch recht unbekannten Canucks hiermit dann auch noch dieses Wahnsinnsteil, welches auf demselben hohen Niveau angesiedelt ist. Ihr Drittwerk "Buried in oblivion", irgendwo zwischen DEATH bzw. CONTROL DENIED, ANACRUSIS, JACOBS DREAM, CYNIC und OPETH liegend, ist kompromißlos hart und fragil zugleich! Die Ahornblätter bemühen dabei aber keine plumpen Vergleiche, sondern zitieren hier lediglich die besten Momente genannter Combos. Hier wird Progressivität und Innovation noch groß geschrieben, das musikalische Level ist schier unermeßlich hoch, der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Besonders bemerkenswert ist, daß neben Sänger Chris Krall auch Tim Roth (g.), Rob Doherty (g.) und oftmals sogar Schlagzeuger Jim Austin gesangstechnisch zum Einsatz kommen, wodurch ein oftmals sehr packender Wechsel von brutalen Death-Grunts und cleanen, melodischen Passagen entsteht, welche ab und zu sogar in erhabene Geoff Tate-Regionen vordringen. Die beiden Gitarristen können mit treffsicherem Zusammenspiel, irrem Riffing, wunderschönen Akustik-Parts und sogar leicht barocken Versatzstücken überzeugen. Die Palette des Schlagzeugers reicht von rasenden Blast-Parts über thrashig metzelnd bis zu jazzig-vertracktem Drumming, besticht mit vielen versteckten Fills und Breaks, die man erst nach und nach erkennt - da staunt der Laie. INTO ETERNITYs Nummern bleiben trotz aller zur Schau gestellten Virtuosität und enorm anspruchsvoller Songstrukturen immer nachvollziehbar, wirken nie überfrachtet und weisen ein ums andere Mal sogar echte Ohrwurmqualitäten auf, wie in "Embraced by desolation". "Spiralling into depression" erinnert anfangs gar an den genial-verrückten Vorzeige-Kanadier Devin Townsend. Der Titeltrack ist eine wunderbare Akustikballade mit ergreifend mehrstimmigem Gesang, der sich nahtlos übergehend mit "Sea of agony" vereint und in dem der Refrain nochmals aufgegriffen wird. Das ruhige "Morose seclusion" beschließt dann nach einer Dreiviertelstunde ein wirkliches Hammer-Album, welches zusammen mit dem edlen Artwork unbedingt als Gesamtkunstwerk betrachtet werden muß!
Absolutes Kunstwerk, zu dem mir nur noch eines einfällt: Oh, Canada! 9 Punkte, aber nur deshalb, weil ich HOFFE, dass sie noch eins draufsetzen können. - M. W.