 |
|
Genau zwei Jahre nach seinem recht beachtlichen Solodebüt "Waiting for the dawn" biegt der mittlerweile bei STRATOVARIUS entlassene Timo Kotipelto mit dessen Nachfolger um die Ecke. "Coldness" nennt sich das neue Teil, bei dem die Ausgangsposition nun mittlerweile eine andere ist, denn der finnische Sänger kann sich nach dem sicheren Ende seiner Stammband, die sich nach dem Absolvieren der noch ausständigen Gigs auflösen wird, nun voll und ganz auf sein eigenes Baby konzentrieren. Die Musiker, mit denen er dieses Album eingespielt hat, sind bis auf einige wenige Abgänge (Roland Grapow, Mikko Harkin und Gas) dieselben, hinzugestoßen sind noch die Gitarreros Antti Wirman (WARMEN) und Juhani Malmberg (TUNNELVISION). Handwerklich ist natürlich mit gestandenen Burschen wie Michael Romeo (g.) und Jari Kainulainen (b.) zwar alles im grünen Bereich, wovon man das allerdings nur eingeschränkt behaupten kann, sind schlicht und einfach die Songs, denn im Vergleich zum Debüt kann ich hier beim besten Willen keine Steigerung erkennen, eher noch einen Rückschritt. Der flotte Opener "Seeds of sorrow" ist Kotipelto pur, hätte auch auf der ersten Scheibe stehen können, das gemächliche "Reasons" erinnert (zu) stark an den Titeltrack eben dieser, und auch bei in gedrosseltem Tempo daherkommenden Nummern wie "Snowbound", "Evening´s fall" oder "Here we are" bin ich gezwungen, einen leichten Gähnreiz zu unterdrücken. Irgendwie bedenklich stimmt es mich schon, daß dem guten Mann die Ideen auszugehen scheinen. Generell wurde im Vergleich zu "Waiting for the dawn" die Geschwindigkeit etwas reduziert und Timo setzt mehr auf dem Hardrock entlehnte, atmosphärische Elemente. So gibts diesmal noch öfter leicht enervierende Keyboard-Soli zu hören, dazu vermisse ich gitarrenlastige, straighte Rocker, dies ist auch ein Grund, weshalb der Rundling (der mit 42 Minuten auch nicht sonderlich prall gefüllt ist) auf Dauer ein wenig eintönig wirkt. Schneller als flotteres Midtempo wirds höchstens mal in "Can you hear the sound". Etwas mehr an Abwechslung hätte der Scheibe sicherlich gutgetan, so aber ist für mich nicht wirklich ein Fortschritt erkennbar. Leider gilt dies auch für "Kotis" Stimme, er klingt halt gleich wie immer, emotionslos und irgendwie steril eben. Aber dieses Manko wird ihm ja auch nicht erst seit gestern nachgesagt. Nun denn, warten wir guter Hoffnung ab, wann der Nachwuchs flügge wird!
|
 |
Erwartet Euch nichts großartig Neues, aber wer KOTIPELTO kauft, kriegt ihn auch! - M. W.
|
|