PRIDE OF LIONS - "The destiny stone"
Frontiers/NSM
Jim Peterik komponierte und sang seinen ersten (mit Platin ausgezeichneten) Nummer-1-Hit "Vehicle" im Jahre 1970 mit der Horn-Rock-Band IDES OF MARCH, welche er auch gründete. Neben dem Projekt WORLD STAGE veröffentlichte er Solo-Alben und komponierte für viele namhafte Interpreten des Music-Business. Und jederman sollte zumindest ansatzweise mitbekommen haben, was er mit der besten AOR-Band aller Zeiten, SURVIVOR, geschaffen hat. Jim Peterik hat mit AEROSMITH, REO SPEEDWAGON, URIAH HEEP, CHEAP TRICK, LYNYRD SKYNYRD, 38 SPECIAL, VAN ZANT, MECCA, Fergie Frederickson, Joseph Williams, Kelly Keagy, Kevin Chalfant, TWO FIRES, John Wetton, Dobbie Brothers, Brian Wilson und David Hasselhoff zusammengearbeitet, um nur einige wenige der unzähligen Liste zu nennen. Und mit Sammy Hagar schrieb er den Superhit "Heavy metal" (Platinauszeichnung). Er hat ein unglaubliches Gespür für schöne Melodien und großartige Hooklines und mit Songs wie "Eye of the tiger" (Grammy-Gewinner), "High on you", "The search is over", "I can't hold back", "Burning heart" oder dem weniger bekannten "Desperate dreams" machte er seine Supergruppe SURVIVOR zu einer unverzichtbaren Größe am Rock-Olymp. Seine aktuelle Band hört auf den Namen PRIDE OF LIONS, wo er sich den Gesang mit dem 26-jährigen Toby Hitchcock teilt, der ihm von seiner Tochter vorgestellt wurde. Außerdem stellt er hier wieder sein Können als Songwriter, Gitarrist, Keyboarder und Produzent unter Beweis und mit "The destiny stone" legt er bereits das zweite Album dieser Gruppe vor. Bei der Entstehung der Songs und der Aufnahmen herrschte diesesmal mächtiger Zeitdruck von Seiten der Plattenfirma, aber so wie schon in früheren Jahrzehnten machte sich diese kreative Spontanität einmal mehr bezahlt. Die guten Musiker vom Debut sind auch hier wieder zur Stelle, unter ihnen Gitarrist Mike Aquino. Aber eines gleich vorweg, PRIDE OF LIONS können den genialen SURVIVOR nicht das Wasser reichen, da erstens die markanten Gitarrenriffs eines Frankie Sullivan fehlen und zweitens die traumhafte Stimme eines Jimi Jamison (oder von mir aus auch Dave Bickler) abgeht. Trotzdem ist PRIDE OF LIONS zu hundert Prozent qualitativ, und zählt somit zum Besten, was momentan im Bereich AOR über den Ladentisch geht. Gleich der flotte und geniale Opener "The courage to love somebody" frißt sich erbarmungslos in die Gehörgänge und nagt sich dort fest. Ansonsten umfaßt das Material majestätisch orchestrale Balladen wie "Back to Camelot" und das wunderschöne "Light from a distant shore", bis zu nagelharten Rocker wie "Parallel lines" oder dem superben "Born to believe in you". Hitchcocks Stimme ist wahrlich nicht von schlechten Eltern und erinnert vor allem in den höhreren Tonlagen irgendwie an Bobby Kimball von TOTO. "Man behind the mask" ist wohl von STYX inspiriert und "The gift of song" ist ein Tribute an John Miles' "Music". Fast jede Nummer (wie zum Beispiel "Letter to the future", "Second hand life" oder "Falling back to then") stellt einen weiteren Höhepunkt dar und PRIDE OF LIONS haben es doch tatsächlich geschafft, das vielumjubelte Debut-Album zu toppen. Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, daß wir diese großartige Band auch bald live auf unseren Bühnen begrüßen dürfen und sich viele Gleichgesinnte in einer musikalisch sehr computerisierten Welt von großartigen Melodien und leidenschaftlichen Texten hinreißen lassen wollen. Absolute Pflichtscheibe für alle AOR-Fans!
M. L.