STEEL PROPHET - "Beware"
Massacre/NSM
Nach dem Ausstieg von Rick Mythiasin wurde es die letzten zwei Jahre ziemlich ruhig um eine meiner bevorzugten Power Metal-Bands, wobei mich ehrlich gesagt deren letzter Longplayer "Unseen" nicht mehr ganz so zu begeistern wußte wie beispielsweise "Dark hallucinations" oder "Messiah". Nun, eines gleich vorweg, der neue Frontmann Nadir D’Priest singt und klingt deutlich anders als sein Vorgänger, was ich zwar einerseits etwas bedauernswert erachte, da mir Rick Mythiasins Gesang ausgesprochen gut gefiel, andererseits verleiht er mit seinem ziemlich eigenständigen Stil, der höchstens leichte Querverweise auf einen Stephen Fredrick oder auch Joe Lynn Turner in jüngeren Jahren zuläßt, aber keinesfalls so wie einer der beiden Barden klingt, damit STEEL PROPHET doch gewisse neue Nuancen und betätigt sich weiters teilweise ungewohnt aggressiv für Power Metal und entlockt seiner Stimme auch immer wieder eher thrashkompatible Laute. Von Seiten der musikalischen Performance erinnert mich das neue Material wieder mehr an meine persönlichen Faves und ist insgesamt wieder flotter gehalten als der doch größtenteils im Midtempo angesiedelte Vorgänger. Als Beispiel geht hier schon der Opener "Heavenly" durch, bei dem sich wieder einmal eine kurze Blastpassage eingefunden hat, wie man es schon beispielsweise von "Ides of march" oder "Montag" gewohnt war, was schon allgemein hin für eher traditionell geartete Bands in höchstem Maße ungewöhnlich ist. Überhaupt vollbringt es Bandkopf Steve Kachinsky auf "Beware" wieder, wirklich mitreißende Songs voller Emotionen abzuliefern, die wirklich bewegen können, wie etwa das ruhiger gehaltene "Lost my way", das mich persönlich ein wenig an "Vengeance attained" erinnert. Es ist auf jeden Fall gut zu hören, daß auch STEEL PROPHET entgegen den vorher von mir genannten Songtitel wieder auf den richtigen Weg gefunden haben, auch wenn es "Beware" nicht wirklich mit den Meisterwerken "Dark hallucinations" und "Messiah" aufnehmen kann.
E. M. P.