VOODOO HILL - "Wild seed of mother earth"
Frontiers/NSM
"Make believe" heißt der erste Track auf "Wild seed of mother earth". Und er trägt seinen Titel dreifach zu Recht. Erstens: Ja, es ist wirklich Glenn Hughes, der da zum wohl schwersten und schleppendsten Riff seit seinem BLACK SABBATH-Intermezzo ("Seventh Star", 1986) seine blues-getränkten Stimmbänder vibrieren läßt. Zweitens: Ja, Frontiers Records bringen dann und wann doch sehr gute Releases zustande! (; Denn drittens war zuletzt nicht einmal mehr die sprichwörtliche "Voice of rock" ein Garant für einen echten Hardrock-Knaller. Hughes’ letztes Soloalbum "Songs in the key of rock", erschienen bei - rat einmal - Frontiers Records (; , war schließlich alles andere als eine Offenbarung. Mit VOODOO HILL macht der ehemalige DEEP PURPLE-Sänger/Bassist diesen Ausrutscher aber nahezu völlig ungeschehen. Unterstützt vom spielfreudigen Italiener-Quartett Dario Mollo (g.), Roberto Gualdi (d.), Dario Patti (k.) und Fulvio Gaslini (b.) offenbart sich Glenn Hughes auch mit 52 Jahren einmal mehr als Mikro-Gott. Besonders witzig geraten ist "Soul protector", das mit seinem übertriebenen Cockney-Akzent einerseits entfernt an DONOVAN ("Mellow yellow") erinnert, andererseits auch eine ideale Verarschung der unsäglich gehypten Britpop-Szene abgeben würde. Abgesehen davon hätte ich mir allerdings gerne mehr Härte-Kaliber vom Schlage des oben erwähnten Openers oder dem ebenfalls satt rockenden "Atmosphere" gewünscht... Aber was solls, auch so haben VOODOO HILL mit ihrem Zweitling ein ordentliches Kraftfutter für den geneigten Hardrock-Fan fabriziert.
Nächstes Mal noch ein bisserl wilder bitte! - P. Z.