Jerry Gaskill
Endlich durfte ich wieder mal ein Mitglied meiner aboluten Lieblingsband KING’S X interviewen. Diesmal den hauptamtlichen Schlagzeuger des genialen texanischen Trios; diesmal allerdings in etwas anderer Mission. Es galt, Jerrys erstes eigenständiges Soloalbum zu besprechen.
A. H.: Hallo Jerry, von wo und wann rufst du gerade an?
J. G.: Ich bin gerade auf Tour und sitze hier in Porterville, Kalifornien, wir haben gutes Wetter und es ist 13.00 Nachmittag.
A. H.: Wie läuft die Tour und kommt ihr auch wieder mal nach Europa?
J. G.: Wir sind gerade noch bis zum Sommer in den USA unterwegs, dann gehts vielleicht im Herbst nach Europa, es ist aber noch alles sehr ungewiß und hängt wie so oft von euren Veranstaltern ab. (Anm.: Mittlerweile gibt es wieder mal "nur" neue US-Daten für Herbst - es wird wohl mindestens noch bis 2005 dauern, bis man die "3 heiligen Könige" wieder in unseren Gefilden wird bewundern können)
A. H.: Wie wärs mal mit den europäischen Sommerfestivals?
J. G.: Wir arbeiten daran, wir würden liebend gern dort spielen, leider ist es eine große Geldfrage.
A. H.: Aber kommen wir zum aktuellen Teil - was hat dich dazu bewegt, nach so vielen Jahren einmal ein Soloalbum zu veröffentlichen?
J. G.: Ich wollte das schon ewig machen, kam aber immer in Terminstreß. Die Leute bei unserem Label InsideOut haben mich dann zum Glück super unterstützt, und dann habe ich "Come somewhere" endlich gemeinsam mit Ty Tabor (Gitarrist bei KING’S X - Anm. d. Verf.) in seinen Alien Beans Studio aufgenommen.
A. H.: Was ist der große Unterschied zwischen dir solo und bei KING’S X?
J. G.: Diesmal hab ich ALLES selbst gemacht. Songwriting, Singen, Gitarre und Drums - gerade mal Ty hat ein paar Solos beigesteuert. In der Band muß man natürlich immer wieder Kompromisse machen. Ich hoffe auch sehr, mit meinem Soloprojekt auf Tour gehen zu können und mal an der Front die Sau rauslassen zu können. Ty ermutigt mich ständig dazu und will unbedingt in meine Live-Band; nun ja er ist ja auch nicht allzu schlecht. (lacht)
A. H.: Was sind musikalisch deine Einflüsse?
J. G.: Vor allem ältere Rocksemester wie z.B. GRAND FUNK RAILROAD, BEATLES oder LED ZEPPELIN, aber auch Zappa und Bob Dylan. In den 60er- und 70er-Jahren liegen sicher meine größten Einflüsse. Das hat mich wohl am meisten geprägt, es kommt einfach in diesem Stil aus mir raus.
A. H.: Aus welcher Zeit stammt das Material auf dem Album?
J. G.: Ich habe die Songs, die auf dem Album gelandet sind, in der Zeit zwischen 1996 und 2001 geschrieben, und in den letzten Jahren immer wieder leicht überarbeitet.
A. H.: Und wie siehts mit den Texten aus?
J. G.: Das bin einfach ich über mich.
A. H.: Was soll eigentlich das Cover mit dem nackten Mädchen in dem asiatischen Raum bedeuten?
J. G.: Nix bestimmtes, ich dachte einfach, auf ein Cover gehören nackte Mädchen. Ich denke, das kommt immer gut.
A. H.: Ok, sag wie alt bist du eigentlich genau und wie gehts deinen Söhnen, gibts deren Band GEEK auch noch?
J. G.: Ich bin jetzt 46, meine Söhne sind 25, 20 und 12. Der älteste wird ein immer besserer Drummer und spielt wieder auf Dougs (Pinnick, Leadsänger und Bassist bei KING’S X - Anm. d. Verf.) neuem Soloalbum POUNDHOUND 3, das auch jetzt im Sommer fertig werden soll.
A. H.: Wer sind eigentlich deine Schlagzeug-Einflüsse, und wann und warum hast du angefangen zu spielen?
J. G.: Meine Einflüsse sind auch Leute wie Ringo Starr, Carmine Appice, aber natürlich auch GRAND FUNK RAILROAD und LED ZEPPELIN. Angefangen hab ich irgendwann mit 4 Jahren. Alles, was ich mir wünschte, war ein Drumkit, und mein Vater hat mir eines gekauft. Er hatte es im Auto und mir erzählt er hätte keines bekommen. Ich habe geheult wie ein Schloßhund und dann hat er mich was vom Auto holen geschickt, und da hab ich dann mein erstes Drumkit gesehen. Natürlich waren die Trauer- gleich in Freudentränen umgewandelt! Trommeln hat mich immer schon fasziniert. Professionell bin ich das Ganze dann angegangen, als ich zum ersten Mal die BEATLES im TV gesehen habe. Dann wars endgültig um mich geschehen. Ich hatte aber noch nie richtigen Unterricht oder so.
A. H.: Hast du eigentlich noch andere Hobbies?
J. G.: Ich spiele Ping Pong. Sonst eigentlich meine Familie und Fernsehen.
A. H.: Was sind eigentlich die nächsten KING’S X-Pläne?
J. G.: Wir sind am Ausarbeiten einer Live-Doppel-CD und evtl. auch einer DVD. Außerdem ist Ty daran, unsere ersten 4 Alben zu remastern und remixen und neu aufzulegen. Und touren werden wir natürlich auch wieder mal fleißig...
A. H.: Eine letzte Frage noch: Wie macht ihr das bei KING’S X-Gigs, wenn ihr den Song "We were born to be loved" spielt, mit all diesen wahnsinnigen Breaks? Ich seh euch weder zählen noch deuten, und trotzdem seid ihr immer supertight?
J. G.: Es ist Magie; nein, Spaß beiseite, wir zählen glaub ich jeder irgendwie doch für uns selbst, und zum Glück treffen wir uns dann meistens richtig...
A. H.: Super, danke für das Interview und laß mir den Rest der Crew bitte schön grüßen, ich hoffe wir sehen uns bald mal wieder.
J. G.: Danke - Gruß an alle Fans in Europa!
Axelanda "da HUHN" Posergott